RUMGURKEN im Spreewald
Nur eine gute Tagesreise mit dem Fahrrad von Berlin entfernt fächert sich die Spree zu einer märchenhaften Landschaft auf. Nirgendwo sonst in Deutschland stehen Ortseingangsschilder neben dem Wasserlauf, kommt in Deutschland der Arzt, die Post und manchmal selbst die Feuerwehr mit dem Kahn.
Der Spreewald ist auch die Heimat der Wenden/Sorben, des kleinsten slawischen Volkes, deren Volkskunst und Brauchtum noch vielerorts gepflegt werden. Daneben haben aber auch Irrlichter, Mittagsfrau, Nixe und Wassermann im mystischen Spreewald mitunter ihren großen Auftritt.
Wir erkunden - wann immer es möglich ist - auf dem Gurkenradweg die lieblichen Kleinstädte und Dörfer, die in die einzigartige Naturlandschaft gebettet sind.
Beschreibung / Streckenverlauf:
Mo. 18. August 2025 | Die Anreise
Die Anreise in den Spreewald erfolgt mit einem komfortablen Reisebus. Unsere Fahrräder finden Platz im geräumigen Anhänger. Es werden die Abfahrtsorte Straelen und Hamminkeln angeboten.
Di. 19. August 2025 | Ab ins Glas
Was wäre ein Spreewaldbesuch ohne einen Blick hinter die Kulissen, um zu sehen, wie die Gurke ins Glas kommt? Wir statten der Firma Rabe einen Besuch ab. Hier erleben wir, wie seit 1898 in 5. Generation erfolgreich das ins Glas und die Dose gebracht wird, was der landwirtschaftliche Boden hergibt. Der rund 90-minütige, informative und interessante Rundgang gibt Einblicke in eine gesunde Mischung aus Tradition und Innovation.
Nach weiteren rund 20 km erreichen wir Burg. Der 27 Meter hohe Bismarckturm auf dem Schlossberg ist das Wahrzeichen des Kurortes und ein beliebtes Ausflugsziel. Besuchern bietet sich von oben ein einmaliger Blick über den Spreewald. Errichtet wurde der Turm von 1915 bis 1917 mit 1,5 Millionen Klinkersteinen. Durch den Auenwald mit seinen vielen Fließen fahren wir über Lübbenau wieder zurück zu unserem Basislager.
Lübben – Lübbenau – Boblitz – Radusch – Burg – Lübbenau – Lübben | Streckenlänge ca. 70km
Mi. 20. August 2025 | Spreewaldtraditionen
Wir verlassen Lübben in südlicher Richtung und erreichen nach rund einer Stunde Fahrt Lübbenau. Die knapp 16.000 Einwohner große Stadt wird aufgrund ihrer Lage am südöstlichen Rand des Spreewaldes sowie ihres Stadttores auch als das „Tor zum Spreewald“ genannt. Ein bekannter Sohn der Stadt ist der Moderator und Nachrichtensprecher der Tagesschau Jens Riewa. Im Sommer verdoppelt sich die Zahl der Einwohner schnell, denn Lübbenau ist die touristische Hochburg des Spreewaldes. Wir verlassen Lübbenau in Richtung Lehde und werfen einen Blick in das Gurkenmuseum. Das kleine Museum mit Original Eichen- und Buchenholzfässern aus der Zeit um 1900, die bis zu 3,5 Tonnen fassen können, bietet viel Wissenswertes über die Tradition des Gurkeneinlegens und Konservierens. Das Bauernhaus ist mit viel Liebe eingerichtet. Hier können wir alte Spreewaldtrachten bewundern und erleben wie die Spreewälder gewohnt, geschlafen und gelebt haben.
Jetzt heißt es wieder „Rauf aufs Rad“. Ostwärts geht es weiter nach Straupitz. Schon von Weitem sieht man die Dorfkirche, die mit ihrer Doppelturmanlage über alle Gebäude und Bäume emporragt. Entworfen wurde das Gebäude von Karl Friedrich Schinkel, dem bekannten Baumeister, der seine Spuren sonst eher in der Hauptstadt Berlin hinterlassen hat. Unser Ziel ist der historische Kornspeicher. Hier wartet nicht nur Kaffee und Kuchen auf uns, sondern auch eine Ausstellung gefüllt mit antiquarischen Zeitzeugen der jahrhundertealten Dorfgeschichte. Gestärkt machen wir uns wieder auf den Rückweg nach Lübben.
Lübben – Lübbenau – Lehde – Leipe – Straupitz – Alt Zauche – Lübben | Streckenlänge ca. 60km
Do. 21. August 2025 | Landmarken
Mit rund 70 Kilometern ist unsere heutige Tour die Längste. Sie beinhaltet aber so viel Abwechslung wie keine der anderen Tagestouren. Und das in vielfältiger Hinsicht. Wir starten in den nördlichen Unterspreewald auf perfekt angelegten Radwegen und erreichen Tropical Islands. Wie aus dem Nichts erhebt sich die ehemalige Zeppelin-Halle 107 Meter in den Himmel. Wir unternehmen eine Rundfahrt über das weitläufige Gelände und lassen die riesigen Dimensionen auf uns wirken. Das Tempelhofer Feld in Berlin wirkt dagegen wie ein Kinderspielplatz. Von nun an geht’s bergauf. Vom Aussichtsturm auf dem Wehlaberg haben wir einen wunderbaren Blick über die Landschaft. Bei gutem Wetter kann man den Fernsehturm am Alexanderplatz sehen. Wir nehmen Kurs auf Schlepzig und besuchen dort den Stork Club. Das Start-up-Unternehmen mit seinem jungen Team zelebriert Brennkunst zwischen Tradition und Moderne. Wir machen die Probe aufs Exempel. Geradlinig (und hoffentlich nicht in Schlangenlinien) geht es Richtung Süden zurück nach Lübben.
Lübben – Lubolz – Krausnick – Tropical Islands – Wehlaberg (144 m) – Köthen – Groß Wasserburg – Schlepzig – Lübben | Streckenlänge ca. 70km
Fr. 22. August 2025 | Wir tauschen das Fahrrad gegen einen Kahn
Am heutigen Vormittag tun wir das, was man im Spreewald – neben dem Radfahren – als ein absolutes „Muss“ bezeichnen könnte: Eine Kahnfahrt. Den Spreewald traditionell wie seit über 150 Jahren zu erkunden heißt, sich auf einen Kahn zu begeben. Ein Spreewaldkahn ist eine Art Flachboot ohne Kiel, meist aus Aluminium und ab und an noch ganz historisch aus Kiefernholz, mit einer Länge von bis zu 9 Metern und einer Breite von nicht einmal 2 Metern. Plätze bieten sich auf den vorhandenen Sitzbänken. In der Regel werden die Kähne mit etwa 20 Personen besetzt. Ohne Hektik, ohne Motor, begleitet vom Plätschern des Ruders und von den kurzweiligen Geschichten der Kahnfährleute erschließt sich das einmalige Labyrinth der Spreewaldfließe. Der Nachmittag steht den Teilnehmenden zur freien Verfügung, wobei die Schlossinsel mit ihrer Gurkenmeile wiederum ein „Muss“ ist.
Sa. 23. August 2025 | Zeitreise
Auch heute verlassen wir unser Basislager wieder Richtung Lübbenau. Unser erstes Ziel ist die Slawenburg Radusch, ein sehr wichtiges touristisches und pädagogisches Zentrum. Es führt uns in die Geschichte der slawischen Besiedlung auf dem Gebiet des heutigen Ostdeutschlands ein und somit auch in die Geschichte des sorbischen / wendischen Volkes, welches heute der Treuhänder aller ostelbischen Slawen ist. Wir können archäologische Funde wie Waffen, Schmuck oder Töpferwaren besichtigen. Weiter geht unsere Fahrt nach Vetschau, wo uns die Wendisch-Deutsche Doppelkirche erwartet. Im Anschluss nehmen wir Kurs auf Cottbus, das 1156 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde und heute mit 100.000 Einwohnern die größte Stadt der Lausitz ist. Sehenswert ist nicht nur die Altstadt, sondern auch der Branitzer Park mit der Grab-Pyramide Fürst Pücklers. Nach rund 70 Kilometer treffen wir auf unseren Fahrradbus, der uns nach Lübben zurückbringt.
Lübben – Ragow – Gross Beuchow – Kittlitz – Boblitz – Raddusch – Göritz – Vetschau – Babow – Milkersdorf – Papitz – Rabenau – Zahsow – Cottbus | Streckenlänge ca. 70km
So. 24. August 2025 | Die Heimreise
Die Tage vergingen wie im Fluge. Es heißt Abschied nehmen. Der Reisebus bringt uns und unsere Fahrräder zurück an den Niederrhein.
Leistungen
"Rundum-Sorglos-Paket" mit 6 Übernachtungen im Hotel & Restaurant Spreeblick, Frühstück, Lunchpaket, warmes Abendessen, Kahnfahrt, Eintritte, Kurtaxe, Sicherungsschein, Tourenführung durch mindestens zwei ADFC TourGuides
Kosten
1175€ im Doppelzimmer, Einzelzimmerzuschlag 150€ (begrenzte Anzahl), Frühbucherrabatt 25€ (bis 28.02.2025).
Zusätzliche Kosten
Tagesverpflegung am Anreisetag ist mitzubringen, Getränke zum Abendessen, ggf. Kaffee und Kuchen im Rahmen einer Einkehr.
Hotel
Untergebracht sind wir im Hotel & Restaurant Spreeblick, Gubener Str. 53, 15907 Lübben
Teilnehmer
min. 20 Teilnehmer
Startorte
Straelen und Hamminkeln
Merkmale
- Geeignet für: Alltagsrad, Pedelec
- Typen (nach Dauer und Tageslage): Rad-Reise
- Besondere Charakteristik/Thema: Natur & Kultur
Tourdaten
- Tourlänge: 330 km
- Geschwindigkeit: 17 km/h
- Oberflächenqualität: fester Belag
- Anstiege: einzelne Steigungen
- Höhenmeter: 250 m